Südbaden vs. Rheinland

Eine ganze Zeit habe ich sie mit mir herumgetragen, diese kleinen Vorurteile gegen die etwas langsamen und verstockten Südbaden mit dem mangelnden Verständnis für Ironie. ….bis mir vor wenigen Wochen folgendes auf der Hütte St.Valentin in Günterstal passiert ist:

Mein Freund Thomas L. und ich haben regenbedingt unsere Canadian-MTB-Abfahrt um einige Meter umverlegt, eben um uns im oben genannten Gasthaus unterzustellen. Leider hatten schon ein paar Leute die gleiche Idee, so dass wir uns schließlich draußen mit dem Rücken an der Hauswand nieder ließen, wo es aufgrund der Windrichtung auch nicht regnete. Der zugehörige Tisch wurde allerdings getroffen.

Als die Kellnerin herauskam, zog sie den Nacken ein und verzog das Gesicht auf dem Weg zu uns. Sogleich begrüßte ich sie mit den Worten: „Na, ist das denn der richtige Gesichtsausdruck um neue Gäste willkommen zu heissen?“ Sie lies sich nichts anmerken und fragte uns geschäftsmäßig, ob wir auch die Speisekarten haben wollten. Ich lehnte dankend ab und fragte: „Was ist den Ihre Empfehlung des Tages, die nehmen wir dann.“ – „Ein anderes Lokal!“ war ihre Antwort, begleitet von einem vielsagenden Schmunzeln. Durch letzteres motiviert konterte ich: „Na einen Wurstsalat werdet ihr wohl hinkriegen, also zwei mal Wurstsalat bitte (Natürlich nach einem fragenden Blick zu Thomas). „Wurstsalat können wir schon, aber wenn ich mir euch so anschaue, solltet ihr vielleicht besser keinen Wurstsalat bestellen!“, diesmal mit einem ganz eindeutigen freudigen Grinsen im Gesicht. Nun, wir bekamen zwei Biere und zwei Wurstsalate, aller dings kein Besteck. Daher mein Kommentar: „Ich weiss, wir sehen so aus als sollten wir das nicht essen, aber sehen wir denn auch so aus, als ob wir immer mit den Händen essen?“ Diesmal schaute die Kellnerin niedlicher Weise etwas erschrocken, denn sie hatte das Besteck tatsächlich einfach nur vergessen. Einige Zeit später kam sie wieder heraus um zu fragen ob alles in Ordnung sei. „Nein“, rief ich aus, „denn schauen Sie einmal hier, das Bier ist ja völlig verwässert. Gehört das bei Ihnen auch zum Geschäftskonzept?“. (Anmerkung der Redaktion: Es regnete halt die ganze Zeit.) „Moment, da wollen Sie bestimmt mit dem Chef sprechen, ich hole ihn mal eben.“ Der Chef kam heraus, hörte sich unsere Geschichte an und verschwand wortlos wieder im Inneren der Gaststätte. In dem Moment waren wir uns nicht mehr so sicher, ob wir den Bogen nun möglicher Weise doch etwas überspannt haben :-). Dann kam der Chef wieder heraus und servierte uns das hier:  🙂 .-) 🙂

valentin

Ich hab dann übrigens extra noch gefragt, ob sie aus Köln sind die beiden, aber nein, Kellnerin und Chef waren geborene Freiburger :-).

P.S. Aber heute im Sportpark sind mir zwei mal jeweils etwa 60jährige Männer unmittelbar entgegen gekommen. Ich habe gegrüßt, aber die haben nicht zurück gegrüßt die elendigen Südbaden 🙂

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